Deutschland diskutiert Verteilung. Andere Länder organisieren Zukunft.

Die wirtschaftliche Debatte in Deutschland kreist um Symptome. Steuern. Subventionen. Ausgleich. Besitzstände.

Was sie meidet, ist die eigentliche Frage: Woher soll der Wohlstand von morgen kommen?

Über Jahrzehnte war die Antwort klar: Produktivität, Industrie, Ingenieurskunst, Exportstärke

Dieses Modell hat getragen. Es trägt nicht mehr von selbst. weil sich die Grundlagen verschoben haben.

Wertschöpfung entsteht heute aus Wissen, Forschung, Technologie, Daten, Hochleistungsdienstleistungen, aus Ökosystemen, nicht aus einzelnen Fabriken.

Darin liegt Deutschlands strategische Schwäche.

Wir investieren zu wenig in wissenschaftliche Exzellenz, in Universitäten mit internationaler Strahlkraft, in die systematische Verbindung von Forschung, Unternehmertum und Kapital.

Spitzenuniversitäten sind kein Prestigeprojekt, sie sind Produktionsstätten für zukünftigen Wohlstand aus denen Innovationen, neue Geschäftsmodelle und technologische Souveränität entstehen.

Während andere Länder ihre Hochschulen und Schulen als wirtschaftspolitisches Instrument begreifen, behandeln wir sie als Kostenstelle.

Hinzu kommt ein strukturelles Missverständnis. Deutschland denkt seine Zukunft zu oft national, die relevanten Märkte sind es nicht, denn weder gegenüber den USA noch gegenüber China ist Deutschland allein wettbewerbsfähig.

Unsere wirtschaftliche Zukunft entscheidet sich europäisch in gemeinsamen Forschungsräumen, in integrierten Kapitalmärkten und in einer abgestimmten Technologie- und Industrie- sowie Außen- und Sicherheitspolitik.

Ohne Europa bleibt Deutschland ein mittelgroßer Markt und ist gefährdet aus der Runde der 5 größten Wirtschaftsmächte abzusteigen. Mit Europa wäre es Teil eines wirtschaftlichen Raums von globaler Relevanz.

Die Infrastrukturdebatte leidet ebenfalls unter Konzeptlosigkeit, denn wir erneuern, was vorhanden ist und fragen zu selten, wofür.

Infrastruktur ohne Zukunftslogik ist Verwaltung.

Digitale Netze, Energie, Mobilität, Verwaltung müssen auf neue Wertschöpfung ausgerichtet sein. - nicht auf den Erhalt alter Strukturen.

Am Ende läuft alles auf eine Prioritätenfrage hinaus: Erzeugung oder Verteilung, Zukunftsfähigkeit oder Fortschreibung der Vergangenheit.

Wohlstand lässt sich nicht verteilen, wenn er nicht entsteht und er entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein klares, gemeinsames Zukunftsbild.

Deutschland braucht weniger Debatte über das Gestern und mehr Entscheidung über und für das Morgen.

Das Zeitfenster der Geschichte ist dafür geöffnet, jetzt die europäische Idee neu mit Sinn und Leben zu füllen und damit auch für alle seine Länder, sich neu zu erfinden. Die Gefahr in der kommenden Zeit von äußeren Strömungen zerrieben und in die Bedeutungslosigkeit verbannt zu werden ist gegenwärtig.

Ich appelliere daran, die Chance zu nutzen, die darin liegt, die europäische geschichtliche, kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt in Verbindung mit den Wertesystemen von über 400 Millionen Menschen für eine Zukunft in Freiheit und Wohlstand zu formieren. Europa sollte ein weltpolitischer Partner auf Augenhöhe sein. Stark, unabhängig, respektiert und zugleich eingebunden in die Weltfamilie.

Wir sollten unsere Zukunft aktiv gestalten. - Jetzt!

Ihr und Euer

Christian Haak

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Ich unterstütze Führungskräfte oder Organsiationen als „Sparringspartner“ dabei, Visionen und Ideen mit Umsetzungsmomentum in Erfolge zu verwandeln. - „Vom Schuß zum Tor!“, gern auch mit Impulsen in Keynotes auf Ihren Veranstaltungen.

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