- Deutschland steht an einem Wendepunkt: Leadership statt Management
- Warum wir wieder eine klare Vision und ein gemeinsames Ziel brauchen
- Was Politik von Leadership und Wirtschaft lernen kann
- Wie Mut, Entschlossenheit und Zukunftsdenken neue Energie freisetzen
- Ein Appell an Kanzler und Regierung: führen, begeistern, umsetzen
„Es war einmal...“ So beginnen Märchen, die von glücklichen Zeiten, großen Herausforderungen und einem guten Ende erzählen. In diesem Fall aber schreibt kein Autor, sondern ein Volk und seine Regierung diese Geschichte. Und sie spielt nicht vor langer Zeit, sondern genau jetzt. Der Vorteil: Wir können gestalten. Wir sind die Autoren.
Ich liebe mein Heimatland. Ich bin ein Fan der Demokratie und stolz auf das, was wir gemeinsam in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben. All das ist nicht selbstverständlich. Und es steht auf dem Spiel, weil wir uns verhalten wie ein Olympiasieger, der aufgehört hat zu trainieren, aber glaubt, bei der nächsten Olympiade wieder Gold zu holen. Unwahrscheinlich.
Wir haben alles, was wir brauchen, um eine gute Zukunft zu gestalten. Was uns fehlt, ist Klarheit über die Lage, Entschlossenheit, es schaffen zu wollen, und eine Vision, wohin wir wollen. Wie sollen Reformen gelingen, wenn nicht klar ist, warum, wozu und wofür? Ohne Vision kein Ziel. Ohne Ziel kein Plan. Ohne Plan nur Aktionismus, der Kraft kostet und schwer zu erklären ist, der eher Verwirrung und Streit entfacht, als Lösungen und Orientierung zu geben.
China ist kein Vorbild. Aber China hat Ziele, einen Plan und die Entschlossenheit, ihn umzusetzen. Das ist keine Garantie, aber es steigert die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs und macht die einzelnen Schritte transparent und nachvollziehbar.
Um beim Sport zu bleiben: Wir sollten klar sagen, dass wir Weltmeister werden wollen, und das Jahr dazu nennen. Das setzt Energie frei, erzeugt Träume, bringt Menschen dazu, sich einzusetzen und ihre Kraft zu fokussieren.
Ich arbeite mit Unternehmen an deren Zukunft und Strategien, die den Weg dorthin beschreiben. Immer mit dem Ziel, Erfolg zu haben. In dieser Logik ist das deutsche Volk der Aufsichtsrat, der Kanzler der CEO. Seine Aufgabe: eine Vision für Deutschland zu formulieren, Menschen dafür zu begeistern und Multiplikatoren zu gewinnen. Das ist Leadership. Alles andere ist Management.
Ich erwarte, dass Sie, Herr Bundeskanzler, uns von einer großartigen Zukunft träumen lassen. Zeigen Sie uns, wie das gehen kann. Fordern Sie Kraftanstrengungen ein. Machen Sie uns und unseren Kindern klar, dass es sich lohnt, daran zu arbeiten. Wofür wollen wir stehen? Wie lässt sich die Neuerfindung des deutschen Geschäftsmodells beschreiben? Was wir zur Zeit tun, ist Stückwerk. Welche Vision haben wir für unsere Wirtschaft? Wie gelingt es, aus der Vielfalt des Landes und seiner Gesellschaft ein neues „Aufstiegsversprechen“ für heute, morgen und übermorgen zu entwickeln?
Ich bin nicht naiv. Aber wenn wir das im Inneren nicht angehen, fehlt jede Grundlage für eine sinnvolle Innenpolitik. Dann bleibt auch die Außenpolitik richtungslos. Wir brauchen wieder Anker, keine Spielbälle. Ich wünsche mir kraftvolle Klarheit, entschlossene Haltung und den Geist von Picasso: „Alles, was wir uns vorstellen können, ist real.“
M. L. King hatte einen Traum. Ich will auch einen Traum haben. Einen, den ich meiner 13-jährigen Tochter glaubhaft erzählen kann. Einen, in dem Deutschland weiß, wohin es will. Wo wir stehen, welche Rolle wir in und mit Europa und der Weltwirtschaft spielen wollen. Viele im Land sind bereit, sich einzubringen, Ideen zu entwickeln und in Richtung Zukunft zu gehen. Es bedarf aber eines klaren WOFÜR!
Wir gewinnen das Spiel nicht, wenn wir alle im Tor stehen und Treffer verhindern. Wir müssen in die Offensive. Wir brauchen konstruktive Energie, Vorwärtsdenken, Mut. Mehr FÜR etwas als GEGEN etwas. Raus aus der Bedenkenträgerei. Rein in die Tugenden der Dichter, Denker und Erfinder. Wir können das. Ideen entwickeln, Patente umsetzen, Unternehmen aufbauen. Selbstbewusst zeigen, was uns gelingt. Menschen Lust auf Zukunft machen. Wir sollten eine Idee davon entwickeln, wie wir aus 83 Millionen wieder eine „Mannschaft“ machen, in der jeder die Chance hat, seine Rolle zu finden, seinen Beitrag leisten zu können und sich mit dem gemeinsamen Traum identifizieren zu können.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, liebe Koalitionäre, wir, der Aufsichtsrat, erwarten von Ihnen genau das: die Umsetzung dieses Auftrags. Kein “Klein-Klein”, kein Selbstzerfleischungstheater. Jetzt geht es um Deutschland. Entfachen Sie das Momentum, das in uns steckt. Bündeln Sie Ihre Kräfte und die des Landes auf eine erlebenswerte gemeinsame Zukunft.
Forschung, Entwicklung, Zukunftstechnologien, Engagement aller für die Gesellschaft und für Frieden und Freiheit. Die Bereitschaft, all das auch gegen die inneren und äußeren Feinde einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft auf rechtsstaatlicher Basis verteidigen zu wollen, ist der Treibstoff, den wir benötigen. Der Fokus auf die große „Zukunftswindschutzscheibe“ statt auf den „Erfolgsrückspiegel“ der Vergangenheit ist das, was uns voranbringen wird.
Wir benötigen Klarheit und Entschlossenheit. Wir sollten unser Land aufräumen, ausmisten, neu und zukunftsfähig aufstellen. Probleme anpacken, schneller und schlanker werden und aufhören, über unsere Verhältnisse zu leben, bis wir wirklich wieder den Lebensstil erwirtschaften, den wir uns gern leisten möchten.
Das ist die letzte Patrone! - Wenn es uns JETZT nicht gelingt, geraten wir in Probleme, deren Lösung wir nicht mehr selbst bestimmen. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Es lohnt sich, FÜR dieses großartige Land und seine Menschen in die Offensive zu gehen. Ich habe den Traum, dass es uns gelingt, unseren Kindern zu zeigen, was möglich ist, wenn wir anpacken, wenn wir aus Zukunftstechnologien Geschäftsmodelle entwickeln, die zukunftsfähig sind, und wenn wir unser Land so umbauen, dass eines Tages wieder alle auf uns blicken und von uns lernen wollen, wie man eine Gesellschaft, einen Staat und die Wirtschaft erneuert. Zeigen wir ihnen, wie ein Wirtschaftswunder 2.0 in einem starken Europa gelingen kann.
Auf geht’s.
auf LinkedIn lesen
Ihr und Euer
Christian Haak
Folgen Sie mir auf LinkedIn
Ich unterstütze Führungskräfte als „Sparringspartner“ oder Organsiationen dabei, Visionen und Ideen mit Umsetzungsmomentum in Erfolge zu verwandeln. - „Vom Schuß zum Tor!“, gern auch mit Impulsen in Keynotes auf Ihren Veranstaltungen.
Folgen Sie mir auf:
Linkedin: Christian H. D. Haak
Instagram: christianhaak.de
Twitter: @christianhaak